Ein Buchkonzept benötigt zunächst eine spannende Idee zu einem bestimmten Thema. Dann folgt eine Analyse des Buchmarktes. Verlage und Lesende suchen keine Kopie des Vorhandenen, sondern eine neue Perspektive auf ein relevantes Thema. Wer sprichwörtlich „die Lücke“ im Regal der Buchhandlungen identifiziert, erhöht seine Chancen auf einen Verlagsvertrag.
Warum werden aus vielen Buchkonzepten keine veröffentlichten Bücher?
Sie haben eine Idee. Eine richtig gute sogar. Monatelang tragen Sie sie mit sich herum; beim Joggen, auf dem Weg ins Büro, nach einem langen Arbeitstag. Dann setzen Sie sich hin. Tippen. Schreiben. Und irgendwann lassen Sie Ihr Manuskript von einem Lektor begutachten. Nur um zu hören: „Interessant. Doch das gibt es schon. Titel XY ist sehr ähnlich." Denn viele Autoren stürzen sich auf ein Thema, ohne vorher eine entscheidende Frage zu klären: Gibt es das schon? Und wenn ja: Was fehlt noch?
Das Buchkonzept ist Ihre strategische Ausrichtung
Ein Buchkonzept ist weit mehr als eine Inhaltsangabe. Es ist Ihre Positionierung. Buchverlage denken wie Investoren und möchten wissen: Warum dieses Buch? Warum jetzt? Warum von Ihnen? Denn Buchverlage tragen genau wie Investoren auch ein finanzielles Risiko. Wer hier keine klaren Antworten liefert, wird nicht verlegt, egal wie gut das Manuskript geschrieben ist. Doch es geht auch anders: Die Lücke im Regal zu finden ist kein Zufall. Es ist eine Methode.
Schritt für Schritt zur Marktlücke: So gehen Sie vor
1. Analysieren Sie den deutschsprachigen Buchmarkt
Gehen Sie in größere Buchhandlungen mit einem gut sortierten Wirtschaftsregal. Schauen Sie sich zudem den Online-Buchhandel, also Amazon, Thalia, Hugendubel & Co. genau an. Dann checken Sie Ihr Themengebiet: Beispielsweise Führung, Strategie, New Work, Kommunikation.
Was bemerken Sie?
• Dutzende Bücher über agile Transformation.
• Etliche Variationen von „Wie Führen wirklich gelingt".
• Zahlreiche Bücher mit annähernd identischen Titeln über Resilienz.
Und dann: Was fehlt? Welcher Blickwinkel taucht nie auf? Welche Zielgruppe wird ignoriert? Welche unbequeme Wahrheit spricht niemand aus? Genau dort wartet Ihr Buchkonzept. Und selbstverständlich Ihre eigene prima Buchidee.
2. Analysieren Sie die Bestsellerlisten mit kritischem Abstand
Bestsellerlisten zeigen, was funktioniert. Aber sie zeigen auch, was gesättigt ist. Ein Thema, das seit drei Jahren die Charts dominiert, ist oft kein Trend mehr. Schauen Sie deshalb nicht nur auf die Spitze. Schauen Sie auf das, was aufsteigt. Was gerade in Fachzeitschriften diskutiert wird. Was auf Führungskräfte-Konferenzen für Unruhe sorgt.
3. Fragen Sie direkt Ihre Zielgruppe oder Ihr Netzwerk
Ganz einfach: Fragen Sie doch Bekannte, Kollegen, Mitarbeitende, Netzwerkkontakte: „Was vermisst du in Büchern über [Ihr Thema] wirklich?" Die Antworten könnten Sie überraschen.
Die drei häufigsten Buchkonzept-Fallen
Bei der Planung eines Wirtschaftsbuches tappen viele Autoren in ähnliche Fallen, die den Erfolg des Werkes gefährden. Wenn man diese Fallen jedoch kennt, lässt sich der Inhalt deutlich zielführender gestalten.
1. Das Überblicksbuch
Viele Autoren neigen dazu, ein Thema in seiner Gänze abbilden zu wollen, wie etwa in dem Vorhaben: „Ich erkläre alles über Führung“. Diese Herangehensweise ist riskant, da ein allgemeiner Rundumschlag oft an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbeigeht. Fast niemand liest ein Buch, das alles nur oberflächlich anreißt. Der bessere Weg besteht darin, sich auf ein konkretes Problem zu fokussieren und dieses tiefgehend zu lösen.
2. Das Ego-Buch
Eine weitere Gefahr ist das reine Erzählen der eigenen Erfolgsgeschichte. Ohne einen direkten Mehrwert für die Leserschaft bleibt ein solches Buch oft wirkungslos. Stattdessen sollte die eigene Geschichte lediglich als Brücke zur Lösung für die Probleme anderer dienen. Das heißt, weniger Selbstdarstellung und hauptsächlich den Nutzen für den Leser herausarbeiten.
3. Das Trend-Buch
Oft wird versucht, schnell ein Buch über ein aktuelles „Buzzword“ zu verfassen, um auf einer Trendwelle mitzureiten. Dies ist gefährlich, da Trends schnell wieder „brechen“ können. Ein nachhaltigeres Buchkonzept setzt auf Tiefe statt reiner Aktualität. Schließlich schlägt Substanz immer schnelllebige Trends.
Der „Spin": Was Ihr Buchkonzept wirklich einzigartig macht
Buchverlage suchen nicht nach einem x-beliebigen Buch über ein Thema. Sie suchen nach dem gewissen Extra. Einen Spin. Einen provokanten Gegenentwurf. Eine unerwartete Perspektive.
Ein paar Gedankenanstöße dazu:
• Was glauben alle in Ihrer Branche – und was davon ist Ihrer Ansicht nach schlichtweg falsch?
• Welche Erkenntnisse aus Ihrem Business würde Ihr Zielpublikum aufrütteln?
• Gibt es eine Zielgruppe, die bisher in Wirtschaftsbüchern zu Ihrem Thema komplett ignoriert wird?
Das Buchkonzept, das polarisiert, verkauft. Weil es persönlich ist und Haltung zeigt.
Die Lücke im Buchregal zu finden ist ein Prozess
Wer ein Wirtschaftsbuch schreiben will, das wirklich gelesen wird, braucht mehr als eine gute Buchidee. Es braucht strategisches Denken, Marktverständnis und den Mut, eine eigene Position einzunehmen.
Die wichtigsten Takeaways auf einen Blick:
• Analysieren Sie den Buchmarkt systematisch – vor Ort und digital.
• Fragen Sie Ihre Zielgruppe, was ihr fehlt.
• Suchen Sie den Spin beziehungsweise Ihr Alleinstellungsmerkmal.
Ihr Wissen als Entscheider ist äußerst wertvoll. Die Frage ist nicht, ob Sie überhaupt ein Buch schreiben können. Die Frage lautet, welches Buch mit Ihren Ideen wirklich gebraucht wird. Und das finden Sie nur heraus, wenn Sie erst recherchieren, nachdenken und zuhören, bevor Sie anfangen zu schreiben.
Mein Name ist Christoph Landgraf. Ich helfe Ihnen, ein überzeugendes Wirtschaftsbuch in einem renommierten Verlag zu veröffentlichen.